Bye, Bye, Social Media!

Social Media ist nicht nur über Jahre hinweg in aller Munde, sondern auch eine gerne wahrgenommene Alternative zum realen Leben für Millionen von Menschen gewesen. Jetzt scheinen die Sozialen Netzwerke ihren Reiz verloren zu haben. Allesamt kämpfen mittlerweile ums Überleben.

Noch ist nicht sehr viel Zeit vergangen, als das Facebook-Imperium seinen Gründer Marc Zuckerberg zu einem der reichsten Menschen dieser Welt gemacht hat und seitdem viele Menschen – jeden Alters – ihre sozialen Kontakte überwiegend virtuell pflegten. Der Hype um Social Media hat unzählige User in den Bann gezogen – aus scheinbar guten Gründen: Netzwerke wie Snapchat, Tumblr oder eben Facebook ermöglichten plötzlich eine zuvor nie da gewesene Möglichkeit, sich selbst für Andere inszenieren und präsentieren zu können, Bekannte und Freunde ohne große Mühen im eigenen Leben zu integrieren bzw. sich selbst umgekehrt integrieren zu lassen und ein erfüllendes soziales Leben zu führen, das alle Parteien innerhalb dieses Maßes zufriedenstellt. Nicht nur der eigene Familien- und Freundeskreis ist immer up to date – nie war es einfacher, auf der ganzen Welt mit Menschen verbunden zu sein. Dass diese Art der Pflege von sozialen Kontakten mit der Zeit allerdings alles Andere als erfüllend ist, dies scheinen Millionen User allmählich zu begreifen.

Das einst so beeindruckende Internet-Phänomen der „Sozialen Netzwerke“ steckt in einer enormen Krise: Menschen, die die Vorzüge dieser doch sehr unpersönlichen Pflege von Freundschaften und virtuellen Kontakten lange genossen haben, rudern nun vermehrt zur traditionellen Pflege von Kontakten zurück – die persönlich ist. Google+ beispielsweise wird noch in diesem Jahr aufgrund des immens gesunkenen Interesses der Menschen komplett deaktiviert. In Scharen wenden sich (ehemalige) User von den Social Media-Optionen mit stetig steigender Tendenz von den Plattformen ab. Weil sie schon lange nicht mehr mit dem mithalten können, wodurch sie sich einst interessant und für die Unternehmer im Hintergrund profitabel machten.

Nicht nur, weil das Interesse bezüglich Inhalten und Nutzen innerhalb der einstigen Zielgruppen – also eigentlich von Allen – im Vergleich zu den ersten Jahren nach dem Zuwachs unfassbarer Popularität enorm abgenommen hat. Blicken wir auf Snapchat: seit das Netzwerk im Jahr 2017 an den Start gegangen ist, ist der Wert an der Börse um rund 80% gesunken. Ebenfalls Tumblr sind die User bis zuletzt in Massen davongelaufen. Neue Richtlinien, die Inhalte ausschließlich für Erwachsene zugelassen haben, haben aktive User eingeschränkt, davongejagt und die Konsumenten ihrer Inhalte von der Plattform enttäuscht entfernt. Auch Facebook hat intensiv an einer Art Selbstzerstörung gearbeitet: Werbeflächen lassen sich nur noch kompliziert und eingeschränkt schalten und steuern und Betrachter werden mit (gut bezahltem) Nonsens aus der Region überflutet. Vom Verkauf persönlicher Daten der angemeldeten Nutzer an Dritte ganz zu schweigen. Die so genannten Sozialen Netzwerke sind also schon lange nicht mehr „sozial“. Und sie haben mit den Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit ihr Ableben besiegelt – sollten sich bald nicht wieder Veränderungen pro der User verzeichnen lassen.

Datum: 20.02.2020
Redaktion: fairplay konzept. raum. messe.

Datum: 13.08.2020